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JACOB BRASS - A STUBBORN CHILD (german)

Jacob Brass ist ein sturer Kopf. Einer, der weiß, was er will. Und was er kann. Ein Singer/Songwriter mit einer klaren Vision. Halbherzigkeit kommt bei so einem nicht in Frage. Seit Jacob Brass (24) Musik macht, also eigentlich sein ganzes Leben lang, darf er sich anhören, wie viel Talent er doch hätte. Dass er tolle Songs schreibt. Dass ihm Texte aus der Feder fließen, die den Begriff Lyrik nicht zu scheuen brauchen. Und sicher mehr als ein Mal, dass er wahnsinnig wäre, eine Karriere als Musiker anzustreben. Stichwort: schwere Zeiten. Stichwort: Geldverdienen, Vernünftigsein, Überdierundenkommen. Jacob Brass hat sich weder von dem einen noch von dem anderen den Kopf verdrehen lassen, er hat sich die Zeit genommen, die er gebraucht hat, um das Album zu machen, von dem er seit Jahren träumt. Stichwort: Vision. Stichwort: Sturheit, Unbeirrbarkeit, Selbstvertrauen. Und das schönste dabei ist: Wer Jacob je auf einer Bühne gesehen hat, weiß, dass nichts ihm fremder wäre als Verbissenheit oder Arroganz. Wer so klar weiß, wo er steht und warum er da steht, der braucht nicht mehr so zu tun als ob. Der macht nun einfach seine Musik, und seine Zuhörer fragen sich, wie so ein reifer Künstler einfach so aus dem Nichts kommen konnte.

Natürlich kommt Jacob Brass nicht aus dem Nichts. Er wuchs in einer sehr musikalischen Familie in einem Dorf nahe München auf, sein Vater Nikolaus Brass ist ein preisgekrönter Komponist der modernen Klassik, Jacob und seine Geschwister lernen Blockflöte, Geige und Cello. Popmusik allerdings ist nicht gern gesehen im Hause Brass - die muss Jacob sich selbst erschließen. Aber was könnte es für einen Teenager in den 90er Jahren schöneres geben, als Bands wie Oasis und Travis für sich zu entdecken und zu begreifen: Da liegt ein großer Schatz, den es für mich zu bergen gilt. Und schon bald erzählt man sich in München von einem der größten Songwritertalente, die die Stadt seit Langem zu hören bekommen hat.

2007 nimmt er am „Popkurs” in Hamburg teil, um sich zu wappnen für die große Aufgabe, der er sich verschrieben hat. Die Professoren Peter Weihe und Anselm Kluge erkennen sein Talent und schlagen ihn für das Förderprojekt „Gewächshaus” der Bertram Pohl-Foundation vor. Bertram Pohl, Enkel des Gründers des vermögenden Wella-Konzerns, hat es sich zur Aufgabe gemacht, als eine Art Mäzen junge Künstler durch Stipendien zu unterstützen, ohne sich in ihren kreativen Prozess einzumischen. Jacob Brass ist einer der ersten, der die strenge Jury der Foundation überzeugen kann und steht im Jahr 2008 plötzlich mit einem üppigen Produktionsbudget da für das Album, das er schon immer machen wollte. Mit Produzent Peter Seifert alias Jem, der sich durch seine Arbeit mit Acts wie Madsen und Udo Lindenberg einen Namen gemacht hat, nimmt er elf Songs auf und schreibt mit Steve Sidwell, der schon für Künstler wie Robbie Williams und die Pet Shop Boys gearbeitet hat, Streicherarrangements. Und dann reist Jacob Brass nach England, um seine Arrangements vom London Session Orchestra in die Tat umsetzen zu lassen - in den heiligen Hallen der Abbey Road Studios. Höhere Weihen sind einem deutschen Debütalbum schon lang nicht mehr zuteil geworden.

Und nun steht Jacob Brass nach getaner Arbeit da: Mit einem Album, das noch weit über alles hinausgeht, was sich so viele schon so lang von ihm erhofft haben. Einem Album,  das so reif, so ausgefuchst, so perfekt klingt, wie man es einem Erstlingswerk nie zugetraut hätte. Und einem Album, das zugleich ein ehrliches Spiegelbild einer sensiblen Seele ist, das wahrhaftig und bewegend offen von den Sorgen, Zweifeln und Leidenschaften eines jungen Lebens erzählt, das so voll ist von Erfahrungen, die ausgedrückt werden wollen. Im Titelsong „A Stubborn Child” (ein stures Kind) zum Beispiel setzt sich Jacob Brass mit dem frühen Tod seiner eigenen Mutter auseinander - und man hat selten eine zu Herzen gehendere Beschäftigung mit dem eigenen Schicksal zu hören bekommen. Der Song trägt dem sturen Willen, der Originalität des Künstlers Rechnung. Schon als Kind lässt sich Jacob nicht vorschreiben, wie er zu trauern hat.

Man könnte dieses Album schlichtweg Pop nennen, man könnte es in die sehr weit gewordene Schublade des Indierock einsortieren - aber all diese Zuordnungen bringen nichts, weil bei Jacob Brass einzig der Song zählt, der große, im Kleinen blühende Popsong, der so viel erzählt, so viel berührt, ohne je zu sagen: Das ist es, ein für allemal. Sondern: Das ist es jetzt, das ist mein Moment, das ist, was ich jetzt sagen will. Und diesen Moment zu nutzen, diesen Moment auszukosten, seine Facetten in Musik zu fassen, das ist es, was Jacob Brass kann wie nur wenige Songschreiber seiner Generation.

JACOB BRASS - A STUBBORN CHILD (english)

The 24 year-old, multi-talented musician and gifted singer and songwriter Jacob Brass presents his debut album A Stubborn Child, a collection of songs that are gentle and melodic, honest and mature, and that leave you wanting more.

Brass’ musical background is anything but usual: He grew up in a Bavarian village near Munich, his father, Nikolaus Brass, an award-winning composer of modern classical music. There was no radio in the Brass household, and the children were educated to play several instruments at an early age. The only pop records deemed acceptable by Jacob’s father were a couple of Beatles LPs, and consequently, this was what Jacob’s musical world consisted of in childhood: modern classical music and the Beatles.

When the Britpop wave hit Jacob’s hometown, he felt inspired to join a band as a guitar player at the age of 14. It was only by coincidence that he discovered the effect his voice had on an audience: when he was 17, his very first performance as a singer won him first prize in the Acoustic Emergenza competition in Munich, giving him a reputation as one of Munich’s greatest talents. As soon as he finished school, he moved to the city, determined to become a musician and singer, stubbornly warding off any suggestions to attempt any other career. “Music simply fulfils me,” he says. “I don’t really have any other hobbies, and I’m not interested in other jobs. I just am music, and I’m very stubborn in that respect.”

In 2007, he met Peter Weihe and Anselm Kluge at Hamburg’s notorious pop-music summer course (”Popkurs”), and it was not long before the two introduced him to the Bertram Pohl Foundation and their joint project “Gewächshaus” (”greenhouse”), an initiative to support the independent development of young artists. Jacob was awarded one of the first scholarships, which enabled him to record a studio album just as he pleased - a dream come true. With the producer of his choice, Peter “Jem” Seifert (Udo Lindenberg), he flew over to Abbey Road Studios to record strings for his album - a wonderful way for his music experience to come full circle, and a tremendously awing experience for any musician. Together with Steve Sidwell (Robbie Williams), he co-wrote parts of the string arrangements, and he also played all guitars and piano on his album, the vision of creating his very own music always in mind.

The title of this impressive debut can be viewed as a personal epithet: a stubborn child, Jacob Brass voted for pop instead of modern classic, guitar instead of the violin, and music instead of any other form of further education. The title song, “Stubborn Child”, is a deeply moving and personal song about Jacob’s coming to terms with his mother’s untimely death when he was only a child - even then, the song tells us, Jacob would not let anyone tell him how to lead his life, how to cope with such a loss, how to mourn his own mother. On the album, these deep emotions neighbour on cheerful melodies, on beautiful sing-along tunes that stay with you for a long time, songs you want to hear again and again. “Welcome to my world”, Jacob sings on the track “Sunlight,” and that’s an invitation we will gladly accept. His debut album A Stubborn Child is a mature and melodic piece of work, introducing a highly talented singer-songwriter. A stubborn child now grown-up, Jacob Brass is a young man who knows where he is going - and wherever that might be, we want to hear about it.

Copyright © Jacob Brass. 2009